1935 bis 1949

1935
Am 2./3. Februar wurde in Offenburg das vierte Narrentreffen durchgeführt. Die Vereinigung zählte jetzt 35 Mitgliedszünfte, die gemäß der neuen Satzung ihren historischen Hintergrund zu belegen hatten. In der Hauptversammlung in Bräunlingen am 9. November wurde heiß darüber diskutiert, ob im nächsten Jahr ein Narrentreffen stattfinden sollte oder nicht.

1936
Oberndorf war Ausrichter des fünften Narrentreffens am 1./2. Februar, das bei strömendem Regen stattfand. Präsident Albert Fischer beschwerte sich beim Badischen Kultusminister Dr. Wacker und wehrte sich gegen die Übernahme von Fasnachtsveranstaltungen durch die NS-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" (KdF).

1937
In Karlsruhe wird ein Freundschaftstreffen der Narrenzünfte, zu dem der Verkehrsverein aufgerufen hatte, mit Vorführungen und Umzug durchgeführt. Die Teilnahme blieb den Zünften überlassen. Die Mitgliedszünfte wurden satzungsgemäß nach Vorlage geschichtlicher Nachweise eingestuft, was Zustimmung, aber auch Einsprüche zur Folge hatte. Die Einflußnahme der NSDAP und des Staates auf die Vereinigung wird immer größer. Über die NS-Organisation „Kraft durch Freude" sollte ein „Bund Deutscher Karneval" gegründet werden, der die Führungsrolle über Fasnacht, Fasching und Karneval als Gemeinschaft der Volksfasnacht zugedacht war. Er wurde dann auch anläßlich eines Carneval-Kongresses in München gegründet, an dem Präsident Fischer im Auftrag der Vereinigung teilnahm. In der Hauptversammlung in Waldshut am 15. August einigten sich die Mitgliedszünfte auf die Grußform „Narri Narro".

1938
Fand das sechste Narrentreffen der Vereinigung am 6.Februar in Überlingen statt, das wegen der Teilnahme ungebetener fremder Gruppen, die sich in den Umzug einschlichen, im nachhinein für Aufregungen innerhalb der Vereinigung sorgte. In der Hauptversammlung am 3./4. Dezember 1938 wird über den immer stärker werdenden Druck auf die Vereinigung berichtet, die in den Bund Deutscher Karneval eintreten sollte. Der BDK übersendet zu diesem Zweck eine vorläufige Aufnahmebestätigung und fordert die 47 Zünfte der Vereinigung auf, Einzelmitglieder des BDK zu werden. Präsident Albert Fischer wird vom Bund Deutscher Karneval zunehmend als Störenfried empfunden.

1939
Ausbruch des zweiten Weltkrieges. Die Hauptversammlung der Vereinigung sollte in Engen stattfinden, kam jedoch nicht zustande, weil die Vereinstätigkeit zum Erliegen kam.

1945
Die alliierten Siegermächte verbieten nicht nur der Vereinigung und den Narrenzünften, sondern allen Vereinen jegliche Vereinstätigkeit. Die französische Besatzungsbehörde lockerte jedoch im Dezember für kulturelle Vereine ihr anfänglich ausgesprochenes Betätigungsverbot.

1946
Es erfolgten mit Genehmigung der Militärregierung Wiedergründungen einzelner Narrenzünfte.

1947
Im Juni fordert Präsident Fischer 44 Zünfte auf, sich im Einvernehmen mit den französischen Militärdienststellen neu zu formieren und verschickt am 10. Juli an sie ein Rundschreiben bezüglich der Wiedergründung der Vereinigung. Am 3. August fand die erste Präsidiumssitzung nach dem Krieg in Villingen statt, in der die Wiedergründung der Vereinigung vorbereitet wurde. Am 20. August wurde bei der französischen Militärregierung der Antrag zur Abhaltung einer Wiedergründungsversammlung und Erstellung einer Satzung gestellt, was am 9. September von ihr genehmigt wurde. So konnten am 6. Oktober die zwischenzeitlich wiedergegründeten Zünfte eingeladen werden, von denen sich in Villingen zur Wiedergründungsversammlung am 13. Oktober die Narrenzünfte Bräunlingen, Donaueschingen, Gengenbach, Laufenburg, Markdorf, Radolfzell, Rottweil und Villingen einfanden. Albert Fischer, Villingen, wurde zum 1.Vorstand, Fritz Graf, Rottweil, zu seinem Stellvertreter, Gottlieb Grimm, Villingen, zum Schriftführer und Josef Huger Villingen, zum Kassenwart und als Beiräte Albert Sayer Bräunlingen, Albert Wasmer Laufenburg, Anton Könninger Radolfzell, Franz Oschwald, Elzach und Karl Huber, Gengenbach, gewählt. Der Sitzungsbericht und die Statuten wurden der Militärregierung zugeleitet, die daraufhin der Vereinigung am 13. November die endgültige Erlaubnis, Versammlungen abzuhalten, erteilte.

1948
Mit Datum vom 24. April erhielt die „Vereinigung alemannischer Narrenzünfte" die endgültige Zulassung durch die französische Militärregierung, die ihren Wirkungskreis allerdings nur auf das Land Baden beschränkte und das Wort „Schwäbisch" im Vereinsnamen ausdrücklich ausschloß.

1949
Am 16. Januar finden sich in Villingen im Gasthaus „Zum Jägerhaus" 20 von 48 Mitgliedszünften zur Feier des 25jährigen Bestehens der Vereinigung ein. Der Kassenbestand beträgt als Folge der Währungsreform DM 40,56. Es wurden Gesuche bei den Ministerien in Freiburg und Tübingen eingereicht, um die althergebrachten Fasnachtssitten und Bräuche zu schützen. Das Badische Ministerium des Innern gibt daraufhin bekannt: „Die Durchführung althergebrachter Fasnachtsumzüge darf in Orten, in denen sich eine historiche Narrenzunft befindet, nur durch diese geschehen".