1950 bis 1959

1950
Radolfzell ist am 21./22. Januar Veranstalter des ersten Großen Narrentreffens nach dem Zweiten Weltkrieg. In der Hauptversammlung am 18./19. November in Bonndorf waren die „Stammbäume" der Zünfte, deren geschichtlich zu bewertende Eingruppierung und das Tragen von Trachten in der Fasnacht Beratungsthemen.

1951
Das Hohe Grobgünstige Narrengericht zu Stocken lud zu einem Freundschaftstreffen ein. Die Mitgliedszünfte Elzach, Rottweil und Überlingen monierten die Vermassung des traditionsgebundenen Narrenbrauchtums und die Aufnahme von Zünften, denen es an alter Geschichte fehlte.

1952
In der Hauptversammlung am 12./13. Januar legte in Gengenbach Präsident Albert Fischer aus Altersgründen sein Amt nieder. Zu seinem Nachfolger wurde Weibert Zehnder, Villingen, zu seinem Stellvertreter Dr. Hermann Biesenberger, Oberndorf, zum Schriftführer Hermann Berger Villingen, und zum Kassier Josef Huger Villingen, gewählt. In Rottenburg wurde das Große Narrentreffen am 2./3. Februar durchgeführt, gegen das der Bischof von Rottenburg Bedenken hegte. Die GEMA forderte Tantiemen von den Zünften, was in der Jahreshauptversammlung in Engen am 29./30. November für Unruhe sorgte. Außerdem wurde eine fünfköpfige Aufnahmekommission gewählt, der Dr. Gustav Bender Stockach, Hermann Brack, Oberndorf, Albert Sayer Bräunlingen, August Schreck, Hechingen und Hans Ströhle, Markdorf, angehörten.

1953
Querelen und Auseinandersetzungen der Zünfte untereinander um Wahrung der Bräuche kennzeichnen das Jahr. Die alten Narrenzünfte Rottweil, Elzach und Überlingen erklären ihren Austritt aus der Vereinigung. Eine Hauptversammlung fand nicht statt, weil im November 1952 beschlossen wurde, sie in Zukunft im Januar abzuhalten und folglich 1953 keine weitere notwendig wäre.

1954
Die Hauptversammlung in Bad Dürrheim am 16./17. Januar stand unter dem Eindruck des Austrittes der Zünfte Rottweil, Elzach und Überlingen, in dem kein Sinn erkannt werden konnte. Das Jahr war geprägt von wiederholten, doch erfolglosen Werbungsversuchen des Bundes Deutscher Karneval, der auf einen Beitritt der Vereinigung drängte.

1955
Am 15./16. Januar tagte die Hauptversammlung in Hüfingen und beschäftigte sich wieder mit GEMA-Fragen,den Umgarnungsversuchen des BDK und den historischen Nachweisen der Zünfte. Das leidige BDK-Beitrittsproblem, das für die Vereinigung aber keines war hatte ein ungutes Nachspiel: Die Narrozunft Villingen, eine Gründungszunft, trat mehr aus persönlicher Verstimmung als aus sachlicher Begründung aus der Vereinigung aus.

1956
39 von 47 Zünften nahmen an der Hauptversammlung in Laufenburg am 14./15 Januar teil, in der Fritz Weisbrod, Donaueschingen, zum Kassier gewählt wurde. Das achte Große Narrentreffen, das nur alle vier Jahre im Olympia-Jahr stattfinden sollte, wurde am 28./29. Januar in Riedlingen unter dem Ehrenprotektorat von Ministerpräsident Dr. Gebhard Müller durchgeführt.

1957
Schömberg lud am 26./27. Januar zur Hauptversammlung ein, in der wieder der Wunsch auftauchte, die Zünfte nach ihrer geschichtlichen Vergangenheit in zwei Gruppen einzuteilen. Dieses Ansinnen wurde abgelehnt, jedoch der Beschluß gefaßt, neu aufzunehmende Zünfte gewissenhafter zu prüfen. In Neuwahlen wurde das bisherige Präsidium teilweise bestätigt, teilweise neu gewählt, so Hans Ströhle, Markdorf, zum Stellvertreter von Weibert Zehnder. Der Aufnahmekommission gehörten Dr. Gustav Bender, Stockach, Fritz Künkele, Oberndorf, Willi Regensburger, Hechingen, Albert Sayer, Bräunlingen und als beratendes Mitglied Wilhelm Kutter, Stuttgart, an.

1958
Am 11./12. Januar trafen sich Vertreter von 41 Mitgliedszünften in der Hauptversammlung in Bräunlingen, in der der unverständliche Austritt Oberndorfs zur Kenntnis genommen werden mußte. Es kamen auch Satzungsmängel zur Sprache, die zur Bildung eines Satzungsausschusses unter Federführung von Dr. Gustav Bender, Stockach, führte. Wilhelm Kutter Stuttgart, wurde zum Kulturreferenten bestellt.

1959
Die Hauptversammlung wurde zum 10./11. Januar nach Wolfach einberufen. Einige Aufnahmebewerbungen wurden von der Aufnahmekommission wegen unzureichender Unterlagen und Nachweise zurückgestellt. Wiederum entbrannte eine lange und heiße Diskussion über den geschichtlichen Stellenwert der Zünfte einerseits und dessen Nachweises. Mitten in der schwäbisch-alemannischen Fasnachtslandschaft wurde eine neue „Narrenvereinigung Hegau-Bodensee" gegründet, die vielen jungen, kleinen und vor allem ländlichen Zünften eine Heimat geworden ist. Gegen Jahresende frug der Bund Deutscher Karneval an, ob nicht auch in einem von ihm geplanten Bildatlas, „Die Deutsche Fasnacht", die schwäbisch-alemannische Brauchform einbezogen werden sollte und bat um Einladung eines Sachbearbeiters zur nächsten Hauptversammlung.