1970 bis 1979

1970
Bei der Hauptversammlung am 10./11. Januar in Bräunlingen, an der 54 Zünfte teilnahmen, bot Bad Dürrheims Bürgermeister und Kurdirektor Otto Weißenberger der Vereinigung einen von Bad Dürrheim aufgekauften, großräumigen, hölzernen Solebehälter, der bis 1969 der Rottweiler Sahne Wilhelmshall gehörte, für eine Schau des schwäbisch-alemannischen Fasnachtswesens an. Erfreut nahm die Narrenschar den angebotenen Kuppelbau an und schon wenige Wochen danach machte man sich konstruktive Gedanken über den „Narrenschopf", dessen Gesamtplanung dem Kulturreferenten Wilhelm Kutter übertragen wurde. Erstmals wurden auch Narren der Vereinigung vom Ministerpräsidenten des Landes BadenWürttemberg, Dr.Hans Filbinger zu einem närrischen Staatsempfang in die Villa Reitzenstein eingeladen, der wohl auf Anregung des Oberzunftmeisters der Breisgauer Narrenzunft (Freiburg), Willi Jäger zustande kam. Die Herbstarbeitstagung hielt man am 24./25. Oktober in Radolfzell ab.

1971
154 Zünfte folgten am 16./17. Januar der Einladung zur Hauptversammlung nach Furtwangen, in der Dr. Herbert Schwedt, Hirrlingen, an Stelle des ausgeschiedenen Hermann Bergers, Villingen, berufen wurde. Gleichzeitig wurde beschlossen, die Herbstarbeitstagung zusammen mit der Hauptversammlung des kommenden Jahres am 6./7. November in Sigmaringen, wegen des frühen Termins des Großen Narrentreffens, durchzuführen. In ihr wurde die Erweiterung der Aufnahmekommission auf fünf Personen festgelegt, der nun als Federführender Wilhelm Kutter, Stuttgart, Hans Bucher, Fridingen, Klaus Heim, Laufenburg/Baden, Dr. Herbert Schwedt, Hirrlingen und Karl Vollmer, Offenburg, angehörten. Als Pressreferent wurde Martin Blümcke, Stuttgart, berufen. Beim närrischen Staatsempfang in Stuttgart, der eine Dauereinrichtung wurde, sollten die Fasnachtslandschaften in wechselndem Turnus vorgestellt werden. Am 26. November konnte das Richtfest des Narrenschopfes in Bad Dürrheim, anläßlich der Aufstellung des ersten Kuppelbaus, gefeiert werden.

1972
Zu einer zwar überwältigenden, doch zeitlich überzogenen, umfangreichen Schau schwäbisch-alemannischen Narrentums wurde das Große Narrentreffen am 15./16. Januar, bei dem weit über 8000 Masken-, Hästräger und Musiker von 62 Zünften in mustergültiger Ordnung durch Konstanz zogen. Die Problematik des zeitlich mit 6 Stunden zulange dauernden Umzuges, gab in der Folge Anlaß zu regen Überlegungen, wie er gestrafft werden könnte. Die Herbstarbeitstagung am 28./29. Oktober übernahn Kisslegg im Allgäu.

1973
Rottenburg war wieder Ausrichter der Jahreshauptversammlung am 20./21. Januar in der das bisherige geschäftsführende Präsidium einstimmig wiedergewählt wurde. Nach langwieriger Arbeit vieler fleißiger Hände konnte am 4. Mai der „Narrenschopf" Bad Dürrheim, die Narrenschau der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte, der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Dabei galten herzliche Dankesworte den Initiatoren dieses lebendigen Masken- und Fasnachtsmuseums, Bürgermeister und Kurdirektor Otto Weißenberger, Bad Dürrheim, Präsident Hans Ströhle, Markdorf, Kulturreferent Wilhelm Kutter, Stuttgart, und Zunftmeister Walter Sieger, Bad Dürrheim. Erstmals trafen sich die Präsidenten der zwischenzeitlich bestehenden Narrenverbände und -vereinigungen in Neustadt im Schwarzwald zu einem Gedankenaustausch. In Bad Dürrheim fanden sich am 27./28. Oktober die Mitgliedszünfte zur Herbstarbeitstagung ein.

1974
Im 50. Jubiläumsjahr fand die Hauptversammlung am 18./19. Januar in MühlheiIm/Donau statt, an der 59 von 62 Mitgliedszünften teilnahmen. Die besondere örtliche Bindung zum Narrenschopf legte es nahe, Walter Sieger, Bad Dürrheim, als Narrenschopf-Verbindungsmann in den Beirat des Präsidiums aufzunehmen. Nacha chtjähriger Arbeit wurde die „Narrenmarschbücher-Aktion" durch Herausgabe eines 37 stimmigen, für Musikkapellen geschriebenen Notenbuches, mit 61 Narrenmärschen, Dank großherziger Unterstützung durch die Firma „Lindner Falzlos-Gesellschaft KG Schömberg" zu Ende gebracht. Die Verdienste von Walter Lindner,Schömberg, und Wilhelm Kutter, Stuttgart, um dieses Marschbuch wurden dankbar gewürdigt. Das 50-jährige Jubiläum wurde am 21. September mit einem Festakt und einer Fotoschau in Stockach gefeiert. Alfons Wiesinger, Säckingen, erstellte aus diesem Anlaß eine Festschrift, welche die Geschichte der Vereinigung von 1924 bis 1974 eindrucksvoll darstellte. Sie erschien als 1. Band der Schriften der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte, herausgegeben von Wilhelm Kutter.

1975
In der Hauptversammlung am 11./12. Januar in Triberg wurde der Mitgliedsbeitrag auf DM 125,- erhöht. Ein bebilderter, in Buchform gefaßter Ausstellungskatalog des Narrenschopfes Bad Dürrheim soll herausgegeben werden. Martin Blümcke, Stuttgart, wird als neuer Pressereferent bestellt. Möhringen war am 25. Oktober Ausrichter der Herbstarbeitstagung.

1976
Geisingen lud am 17./18. Januar zur Hauptversammlung. Am 31. Januar/1. Februar wurde das Große Narrentreffen durchgeführt, bei dem laut Zeitungsberichten über 8000 Masken- und Hästräger und 2000 Musikanten durch Donaueschingen zogen. Über 40000 Zuschauer säumten die Straßen. Zur Herbstarbeitstagung traf man sich am 9./10. Oktober in Zell a. H.

1977
In der Hauptversammlung am 15./16. Januar in Tettnang stellte sich Hans Ströhle, Markdorf, nach 16-jähriger Präsidentschaft nicht mehr zur Wahl und ebenso das gesamte geschäftsführende Präsidium. In einem sehr bewegten Wahlgang, dem heftige Diskussionen vorausgingen, wurde Karl Dilger, Donaueschingen, zum Präsidenten, Walter Schneider, Stockach, zum Vizepräsidenten, Walter Sieger, Bad Dürrheim, zum Schriftführer und Hans-Jörg Kaufmann, Stockach, zum Säckelmeister gewählt. Werner Riegel, Aufen, wurde zum Geschäftsführer der Vereinigung bestellt. Hans Ströhle erfuhr ob seiner großen Verdienste um die Vereinigung eine große Ehrung; er wurde zum Ehrenpräsidenten mit Sitz und Stimme im Präsidium gewählt. In die Aufnahmekommission wurde für den ausscheidenden Karl Vollmer, Offenburg, Wilhelm Gehring, ebenfalls Offenburg, und Jürgen Hohl, Weingarten, berufen. Am 22./23. Oktober rief Säckingen zur Herbstarbeitstagung.

1978
Die Hegau-Stadt Engen beherbergte am 14./15. Januar 61 von 63 Mitgliedszünften zur Hauptversammlung. Wilhelm Kutter trat als Vorsitzender der Aufnahmekommission zurück; Jürgen Hohl, Weingarten, übernahm nunmehr deren Vorsitz. Der erste „Narrenbote der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte" konnte herausgegeben werden. Der Planungsgedanke, ein Archiv der Vereinigung in Bad Dürrheim aufzubauen, wurde geboren, ebenso kamen Überlegungen auf, den Narrenschopf zu erweitern. Die Vereinigung wurde ein eingetragener Verein, mit Sitz in Bad Dürrheim, und im Vereinsregister Villingen eingetragen. Am 28./29. Oktober traf man sich wiederum in Bad Dürrheim zur Herbstarbeitstagung, in der das Thema „Steuern der Vereine" und die Erweiterung des Narrenschopfes abgehandelt wurden.

1979
Die Vereinigung traf sich am 20./21. Januar in Waldshut zur Hauptversammlung. Die Aufnahmekommission wurde in Kultureller Beirat umbenannt, seine Mitglieder waren Jürgen Hohl, Weingarten, als Sprecher und Federführer Hans Linder, Hirrlingen, Prof. Dr. Herbert Schwedt, Dexheim, Klaus Heim, Laufenburg/Baden und Wilhelm Gehring, Offenburg. Guido Rebholz, Bad Dürrheim, begann mit den planerischen Vorarbeiten zur ersten Narrenschopf-Erweiterung, bei der ein zweiter Kuppelbau mit einer kleinen Verbindungshalle, darunter ein Archivraum und Toilettenanlagen, vorgesehen waren. Die notwendige Trennung der gemeinnützigen Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte e.V vom Narrenschopf wurde durch die Planung eines Födervereins Narrenschopf Bad Dürrheim vorbereitet. Eine vorläufige Ordenssatzung konnte als Entwurf vorgelegt werden. Am 3./4. November führte Gengenbach die Herbstarbeitstagung durch, in der vor allem die Narrenschopferweiterung und die Gründung eines Fördervereins zur Debatte standen.