2000 bis 2009

2000
Das Große Narrentreffen findet in Wangen im Allgäu statt. Das seit Jahren diskutierte Organisationskonzept für das Narrenschopf-Fastnachtsmuseum wird konkretisiert: Museum, Zentralarchiv und Geschäftsstelle sollen zu einem Zentrum in Bad Dürrheim zusammengeführt werden. Die Einrichtung einer Stiftung zu Erhalt und Weiterentwicklung von Museum und Archiv wird in Erwägung gezogen. Ferner wurden die Neugestaltung der jährlich erscheinenden Verbandszeitschrift "Narrenbote", ihre Umbenennung in "Journal Schwäbisch-Alemannischer Fastnacht" sowie die Fortentwicklung des Narrenfahrplans durchgeführt. Die VSAN präsentiert sich anlässlich eines Empfangs in der Berliner Landesvertretung Baden-Württembergs vor fast 1000 Angehörigen des Diplomatischen Corps, Abgeordneten und Vertretern aus Wirtschaft und Politik. Sie vermittelt so einen Eindruck des für den deutschen Südwesten charakteristischen Kulturgutes "Schwäbisch-Alemannische Fastnacht". Die Forschungspreisvergabe 2000, eine Sonderausstellung "Mummenschanz und Narretei" in Wangen, Kontakte zum SWR sind weitere wichtige Themen des Jahres.

2001
Die Vereinigung stellt den Betrieb ihres Zentralarchivs mit der Einstellung eines hauptamtlichen Archivars auf eine solide Basis. Das fachmännische Sammeln, Bewahren und Auswerten der umfangreichen, im Laufe der Jahre überkommenen Informationen zur schwäbisch-alemannischen Fastnacht, gewährleistet, dass diese adäquat an die kommenden Generationen weitergegeben, Forschung und interessierter Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden können. Die Tätigkeit als Archivar der Vereinigung wird vom Freiburger Volkskundler und Volkswirt Günther Camill Jerg übernommen. Im Narrenschopf wird durch Zusammenführung von Zentralarchiv, Geschäftsstelle der VSAN und derjenigen des Narrenschopf-Fastnachtsmuseums, ein erster konkreter Schritt zur Schaffung eines wirklichen, Mitgliedszünften und Öffentlichkeit dienenden Zentrums der schwäbisch-alemannischen Fastnacht unternommen. Die Beantwortung von Anfragen zum Thema Fastnacht aus anderen Verbänden und aus der Politik nehmen einen immer größeren Stellenwert ein und zeigen die Notwendigkeit eines schlagkräftigen Verbandes auf der Höhe der Zeit. Der Kooperationsvertrag mit dem SWR wird überarbeitet. Im Verein Narrenschopf e. V. Bad Dürrheim findet ein Vorstandswechsel statt. Neuer Vorsitzender wird der Donaueschinger Arnulf Oesterlein.

2002
Im Narrenschopf scheidet Vizepräsident Alex Moser aus Obernheim gesundheitshalber als Geschäftsführer aus. Nachfolgerin wird Doris Laubis aus Haigerloch. Auch der bisherige Geschäftsführer der VSAN, Uwe Schreiber aus Furtwangen, muss diese Tätigkeit aus beruflichen Gründen aufgeben. Das Amt bleibt bis zur Bestellung eines Nachfolgers vakant, was für das Präsidium eine hohe zusätzliche Arbeitsbelastung mit sich bringt. Bewährt hat sich der Ausbau des Narrenschopfes zu einer Koordinationsstelle zwischen Vereinigung, Archiv und Verein Narrenschopf mit dem Museumsbetrieb. Weitere Verbesserungsplanungen sind vorgesehen und müssen im Laufe des Jahres noch entschieden werden. Eine Strukturkommission hat die Aufgabenbereiche des Verbandes untersucht und erste Lösungs- bzw. Denkansätze für eine professionelle Verbandsstruktur erarbeitet. Eine Absage der Fastnacht wegen des bevorstehenden Golfkriegs wird von der Vereinigung nicht in Erwägung gezogen. Mit der Gründung der "Kulturstiftung der Schwäbisch-Alemannischen Fastnacht" am 16. November 2002 in Haigerloch haben Vereinigung und Mitgliedszünfte einen wichtigen Schritt zu Förderung und Erhalt des schwäbisch-alemannischen Brauchwesens getan. Der Forschungspreis der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte geht am 16. November 2002 an den Südwestrundfunk Stuttgart für seine langjährige, qualitativ hochstehende Berichterstattung über die schwäbisch-alemannische Fastnacht.

2003
Das Narrenschopf-Fastnachtsmuseum wurde vor 30 Jahren in Bad Dürrheim gegründet. Künftig wird die Kulturstiftung den Forschungspreis ausschreiben, so auch denjenigen für 2004. Um die reibungslose Herstellung des Narrenjournals zu gewährleisten, wird ein Redaktionsteam eingerichtet. Eine zweite Strukturkommission wird entscheidungsreife Vorschläge erarbeiten, über die an der Hauptversammlung 2004 entschieden werden muss. Ziel ist die Herstellung einer funktionierenden hauptamtlichen Geschäftsstelle im Narrenschopf, da das ehrenamtliche Engagement des Geschäftsführenden Präsidiums unter diesem hohen Maße an Belastung so nicht mehr fortgeführt werden kann, soll der Verband als brauchbare Interessenvertretung gegenüber der Öffentlichkeit seinen Zweck noch sinnvoll und verantwortbar erfüllen.

2004
An der Hauptversammlung 2004 der VSAN in Laufenburg wurde die von der Strukturkommission vorgeschlagene neue, gestaffelte Verbandsbeitragsstruktur beschlossen. Sie soll die Finanzierung von Geschäftsstelle und Zentralarchiv im Narrenschopf Bad Dürrheim für die Zukunft sicherstellen. Anlässlich der Hauptversammlung wird die Narrenzunft Henkerhaus Baienfurt als 69. Zunft in die Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte aufgenommen. Am 24. und 25. Januar fand in Singen das Große Narrentreffen statt.

Der Forschungspreis der Schwäbisch-Alemannischen Fastnacht wurde am 16. November 2004, dem 80. Gründungstag der Vereinigung, in Sigmaringen im Namen der Kulturstiftung Schwäbisch-Alemannischer Fastnacht verliehen. Der mit € 2.000,00 dotierte Hauptpreis ging an Frau Dr. Christina Rosseaux-Frohn aus Dresden für ihre Doktorarbeit "Der organisierte Narr - Karneval in Aachen, Düsseldorf und Köln von 1823 - 1914". Der Zweite Preis mit € 1.200,00 wurde Herrn Dr. Jochen Schicht aus Hausach für seine Dissertation "Die Rottweiler Fasnet als heimatliches Symbol" verliehen. Herr Sven Kindler aus Schramberg erhielt eine Anerkennung von € 133,33 für seine Arbeit "mit Kummer und mit Sorgen ... eine Untersuchung zur ‚Da-Bach-Na-Fahrt' in Schramberg".

Im Laufe des Jahres wurde von einer Arbeitsgruppe aus Studenten des Instituts für Volkskunde bei Prof. Dr. Werner Mezger an der Universität Freiburg, von freiwilligen Mitarbeitern im Narrenschopf-Fastnachtsmuseum, von Mitgliedern des Kulturellen Beirats und vom Archivar der Vereinigung ein neues Museumskonzept für den Narrenschopf erarbeitet. Präsentation, Ästhetik und Technik des Museums sollen so auf den neuesten Stand gebracht werden.

Zwei große Sonderausstellungen zur Fastnacht fanden 2004 im Narrenschopf statt: Zu Jahresbeginn präsentierte sich die Schwarzwälder Narrenvereinigung dem regionalen Publikum. Danach zeigte der Vorsitzende des Kulturellen Beirates der Vereinigung, Jürgen Hohl aus Eggmannsried, eine Gesamtschau seines Schaffens als Schöpfer von Narrenfiguren. Im Herbst fand eine sehr schöne Ausstellung zur Tiroler Fasnacht statt, bei der sich zum ersten Mal alle wichtigen Fasnachtsorte aus Tirol und dem Ladinischen gemeinsam vorstellten.

Das Zentralarchiv der Vereinigung hat aufgrund der Abmachungen des Kooperationsvertrags zwischen Verband und SWR eine große Anzahl von Filmen über schwäbisch-alemannische Narrentreffen erhalten, die den Bestand beträchtlich erweitert und wertvoller gemacht haben. Der Ausbau der Archivbibliothek konnte dank privater Spenden zügig fortgeführt werden. Ebenso wurde der Vortragsraum beim Archiv weiter ausgebaut und genutzt.

2005
Der Januar eröffnete das Jahr mit sechs regionalen Narrentreffen.

Anlässlich der Hauptversammlung am 08. Januar 2005 in Bräunlingen wird Roland Wehrle aus Furtwangen erneut für 4 Jahre zum Präsidenten der Vereinigung gewählt. In das Amt des Säckelmeisters wird berufen Peter Schmidt aus Munderkingen und erneut zum Schriftführer Heinz-Peter Lauinger aus Radolfzell, beide für 4 Jahre. Hans-Jörg Kaufmann aus Stockach wird nach fast 30 Jahren als Säckelmeister verabschiedet und in das Ehrenpräsidium der Vereinigung berufen.

Zu Jahresbeginn fand im Museum Narrenschopf Bad Dürrheim eine Sonderausstellung über den Narrenfreundschaftsring Schwarzwald-Baar-Heuberg statt. Die Zünfte dieses jungen Verbandes setzten sich dabei gekonnt in Szene.

Bei der Hauptversammlung des Vereins Narrenschopf Bad Dürrheim im März, wurde Arnulf Oesterlein aus Donaueschingen nach 4 Jahren engagierter Tätigkeit ehrenvoll als Vorsitzender Vorstand verabschiedet. Hans-Jörg Kaufmann aus Stockach wurde zum neuen Vorsitzer und Etienne Chauvet aus Villingen-Schwenningen zu seinem Stellvertreter gewählt. Die Arbeit an der Konzeption einer Neugestaltung des Fastnachtsmuseums Narrenschopf wurde weitergeführt.

Das Museum Narrenschopf bekam im Mai mit dem Volkskundler Dr. Jochen Schicht aus Balingen zum ersten Mal einen hauptamtlichen Museumsleiter. Er war bis dahin Leiter des Tourismusamtes der Stadt Hausach i. K. Seine Aufgabe ist neben der Verwaltungsarbeit die Begleitung der konzeptionellen Weiterentwicklung des ausschließlich privat finanzierten Fastnachtsmuseums sowie der anstehenden technischen Probleme.

Ende Mai fand zum 9. Mal in Folge die neugestaltete Internationale Narrenbörse im Narrenschopf statt, und eine weitere Sonderausstellung mit etwa 100 Schwarz-Weiß-Bildern des Fotografen Hans Steinhorst schloss sich von Juni bis September an. Das Ausstellungsjahr endete mit der Ausstellung zur Basler Fasnacht, die vom November bis zum März 2006 andauert.

Die Herbstarbeitstagung der Vereinigung versammelt die Mitgliedszünfte am 08. und 09. Oktober in Möhringen zur Diskussion aktueller Probleme des Verbandes.

Am 06. Dezember erhielt Roland Wehrle für seine Verdienste um die Krebsnachsorgeklinik Tannheim als deren Geschäftsführer und seinen Einsatz für die schwäbisch-alemannische Fastnacht als Präsident der Vereinigung das Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland am Bande.

2006
Die Hauptversammlung 2006 findet am 14. 01. in Ehingen / Donau statt. Es wurde von der Vereinigung eine Leitbildkommission eingesetzt, die einen inhaltlichen Leitfaden für die künftige Verbandsarbeit erarbeiten soll, der nach Diskussion mit den Mitgliedszünften Orientierungshilfe sein soll. Die Vereinigung dankt dem SWR für die jahrelange gute Zusammenarbeit. Durch eine umfangreiche Berichterstattung hat die schwäbisch-alemannische Fastnacht einen besonderen Stellenwert im Land erreicht. Die Überlassung von Filmkopien ermöglichen darüber hinaus den Aufbau eines hervorragenden Filmarchives zum Thema Fastnacht.

Ebenfalls im Januar findet in Mühlheim / Donau ein Benefizkonzert zur Unterstützung des Narrenschopfes statt. Der Reservemusikzug "Allgäu" spielt in der dortigen Festhalle ein Potpourri närrischer Marschmusik. Am 14. Februar findet im Narrenschopf eine Museumsnacht statt.Das Museum Narrenschopf ist aus 1200 Bewerbern als einer der 365 Orte im Rahmen der Initiative "Deutschland - Land der Ideen" ausgewählt worden. Schirmherr ist Bundespräsident Horst Köhler. Die Neuausrichtung des Museums bleibt weiterhin wichtige Aufgabe, so unter anderem Sanierung und Klimatisierung der Gebäude und Neukonzeptionierung der Dauerausstellung. Es müssen Sponsoren gewonnen werden, um das ehrgeizige Vorhaben durchführen zu können.

Im Mai veranstaltet der Verein Narrenschopf in Bad Dürrheim die sehr gut gelungene 10. Internationale Fachmesse als Jubliläumsnarrenbörse, zusammen mit einem Freiluftflohmarkt von 120 privaten Anbietern. Die Fastnachtslandschaft Bodensee-Linzgau-Schweiz organisiert erfolgreich den Wirtschaftsbetrieb.

Im Oktober wird in Kisslegg die Herbstarbeitstagung abgehalten und Seminare für Säckelmeister und Archivare geboten.

Am 16. November verleiht die Kulturstiftung der schwäbisch-alemannischen Fastnacht ihren Forschungspreis dem Volkskundler Walter Stolle vom Hessischen Landesmuseum für seine Arbeit über alte Masken aus der Rhön. Ein Anerkennungspreis geht an Andrea Hipp, Augsburg, für ihre Magisterarbeit zum Thema "Regionaler Brauch im Fernsehen". Die Kulturstiftung widmet sich auch weiterhin der Förderung des Narrenschopfs, der Ergänzung und dem Ausbau des Zentralarchivs durch Ankauf von antiquarischen Dokumenten und organisiert die Vergabe des Forschungspreises alle zwei Jahre. Sparkassenpräsident Peter Schneider konnte als Stiftungsrat für die Kulturstiftung gewonnen werden.

Weitere erwähnenswerte Veranstaltungen im Narrenschopf waren 2006 eine Mundartlesung mit Wafrö (Walter Fröhlich), eine Modelleisenbahnausstellung sowie eine Kunsthandwerkeradventsausstellung.

2007
Im Januar werden der Freiburger Regierungspräsident Sven v. Ungern-Sternberg und der Villinger Maskenschnitzer Manfred Merz für ihre Verdienste um die schwäbisch-alemannische Fastnacht zu Ehrennarren der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte ernannt.

Die Hauptversammlung 2007 findet in Wangen im Allgäu statt. Alex Moser wird dort als Vizepräsident verabschiedet und für seine langjährigen Verdienste um Vereinigung und schwäbisch-alemannische Fastnacht zum Ehrenpräsidiumsmitglied ernannt. Zu seinem Nachfolger wird Dr. Michael Lohner, Bürgermeister von Munderkingen, bestellt.

Im Februar erhält der ehemalige Tübinger Regierungspräsident und jetzige Ministerialdirektor im Stuttgarter Finanzministerium, Hubert Wicker, für seine stete Unterstützung der schwäbisch-alemannischen Fastnacht die Narrenschelle 2007 der Vereinigung.

Nach kurzer schwerer Krankheit verstirbt im April der ehemalige Schriftführer des Vereins Narrenschopf und langjährige Förderer von Vereinigung und schwäbisch-alemannischer Fastnacht, Horst Rössler, aus Hausach.

Im Oktober werden anlässlich der Herbstarbeitstagung der Vereinigung in Markdorf deren Richtlinien zu Narrentreffen verabschiedet. Es wird ferner das Thema "Alkohol und Gewalt in der Fastnacht" diskutiert. Ende Oktober verläßt Museumsleiter Dr. Jochen Schicht den Narrenschopf, um eine Aufgabe bei der Stadt Rottweil zu übernehmen. Er engagiert sich aber weiterhin für den Narrenschopf als nebenberuflicher Leiter der Arbeitsgruppe zur Neukonzeption des Museums. In dieser Gruppe arbeiten außer ihm Alex Moser, Michael Fuchs, Frank Stehle und Günther Camill Jerg. Prof. Dr. W. Mezger, Freiburg, wirkt als wissenschaftlicher Berater am Konzept mit. Daneben wird auch ein technischer Ausschuss unter der Leitung des Bad Dürrheimer Architekten Michael Rebholz zur Durchführung der baulichen Arbeiten am Museum gebildet. Das Präsidium der Vereinigung, insonderheit Präsident Roland Wehrle, wird auf dem Wege der Sponsorengewinnung für die Finanzierung des Projektes in Höhe von rund Euro 400.000,00 tätig. Es wird ebenfalls die Klärung der Grundstücksbesitzverhältnisse des Narrenschopfs auf den Weg gebracht und für alle Beteiligten mit einem Erbbauvertrag letztendlich gut gelöst.

Im Dezember übernimmt Frau Dr. Marion Diehm, Kusthistorikerin und Volkskundlerin aus Wertheim, die Museumsleitung. Eine Adventsausstellung und eine Modelleisenbahnausstellung beschließen im Museum Narrenschopf das Jahr.

2008
Zur Fastnachtseröffnung am 06. Januar 2008 bringt der SWR eine Livesendung zum Thema Fastnacht und Karneval aus dem Bad Dürrheimer Narrenschopf. Margit Sponheimer, Sonja Schrecklein, Werner Mezger, Gerd Motzkus sowie zahlreiche Fastnachter und Karnevalisten sorgen für eine abwechslungsreiche Vorführung.

Ebenfalls im Januar findet in Donaueschingen die Hauptversammlung der Vereinigung statt. Dort wird das Leitbild-Papier des Verbandes verabschiedet.
Jürgen Hohl, während 30 Jahren Vorsitzer des Kulturellen Beirats der Vereinigung, wird mit stehendem Applaus in den ehrenvollen Ruhestand verabschiedet. Sein herausragendes Engagement für die Fastnacht ehrt der Verband im Rahmen des Narrentreffens in Bad Waldsee besonders. Das gelungene Große Narrentreffen in Bad Waldsee sowie die Verleihung der Goldenen Narrenschelle der Vereinigung an Ministerpräsident Günther Oettinger, sind weitere herausragende Ereignisse der schwäbisch-alemannischen Fastnacht.

Ende April verläßt Frau Dr. Diehm auf eigenen Wunsch den Narrenschopf, und im Mai findet die 12. Internationale Narrenbörse mit Flohmarkt und gelungenem Narrenschopffest statt.

An der Herbstarbeitstagung im Oktober in Triberg referiert der Volkskundler Prof. W. Mezger zum Thema "Fastnacht als europäisches Kulturerbe", um die internationale Vernetzung des Brauches deutlich zu machen und Wege für die Zukunft aufzuzeigen. Ebenfalls finden wieder die traditionellen Veranstaltungen für die Säckelmeister von Peter Schmidt und für die Archivare von G. C. Jerg statt.

In Hornberg tagt am 16. November die Stifterversammlung der Stiftung der Schwäbisch-Alemannischen Fastnacht. Turnusgemäß wird 2008 auch der Kulturpreis verliehen. Er geht an den Schweizer Volkskundler Dr. Werner Röllin aus Wollerau im Kanton Zug. Mit dem Preis wird sein Werk zur Narrenfigur des Märchler Rölli ausgezeichnet.

Zum Jahresende kann die Vereinigung den auf Kultur- und Freizeitmanagement spezialisierten Dipl.-Betriebswirt (FH) Daniel Rollko aus Crailsheim für die Museumsleitung gewinnen. Er wird sein Amt Anfang Januar 2009 antreten.

2009
Im Januar 2009 tagt die Hauptversammlung der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte in Konstanz. Präsident Roland Wehrle kann rückblickend auf das Vorjahr den Erwerb von Narrenschopfgebäuden, bisher Eigentum der Stadt und der Kur- und Bädergesellschaft Bad Dürrheim, als abgeschlossen bekanntgeben, ebenso die Aufnahme des Fastnachtsmuseums in das Landessanierungsprogramm zur Unterstützung bei der schwierigen Finanzierung notwendiger Renovierungsmaßnahmen und bei der Ausstellungsneukonzeption. Im Zuge einer anlässlich des 60. Geburtstags des Präsidenten R. Wehrle durchgeführten Sammelaktion, kommen für die Museumsumgestaltung € 12.000,00 zusammen.

Zur Fastnacht 2009 finden in Bad Cannstatt, Geisingen, Kißlegg und Stetten a. k. M. Narrentreffen statt.

Nach dem Ausscheiden des bisherigen Sprechers des Kulturellen Beirates der Vereinigung, Jürgen Hohl, zeigen sich gewisse Differenzen über die Neubesetzung des Amtes, die Aufgaben und die Qualität des Beirates und die dogmatisch richtige oder falsche Art, schwäbisch-alemannische Fastnacht zu gestalten. Um die Arbeit des Gremiums ohne Unterbrechung weiterführen zu können, wird für eine Übergangszeit Alois Krafczyk aus Haslach zum Kommissarischen Sprecher des Kulturellen Beirats berufen. Die Hauptversammlung der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte erteilt dem Geschäftsführenden Prasidium bei einer Enthaltungsstimme die Entlastung.
Bei den durch Auslaufen der Amtsperionde notwendigen Wahlen zur Neubesetzung verschiedener Verbandsämter, wird Roland Wehrle erneut mit 78 % der abgegebenen Stimmen zum Präsidenten gewählt. Heinz-Peter Lauinger, Radolfzell, wird wieder zum Schriftführer, Uwe Schreiber, Furtwangen, wieder zum Pressereferenten der Vereinigung bestellt. Zu Landschaftsvertretern werden R. Gwinner, Baar, O. Gäng, Bodensee-Linzgau-Schweiz, M. Stöhr, Donau und P. Wack, Hochrhein, gewählt. Ferner vergibt die Hauptversammlung das Große Narrentreffen 2012 nach Konstanz an die Blätzlebuebe-Zunft.

Im Mai 2009 findet in Bräunlingen die Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutscher Narrenverbände statt, wo das von der Vereinigung herausgegebene "Leitbild", also Empfehlungen zur Gestaltung der Fastnacht, vorgestellt wird, das allgemein Anerkennung findet.

Im Sommer des Jahres kann die bauliche Sanierung des Narrenschopfs durch Neudeckung der Dächer und den Bau eines Windfanges weitestgehend abgeschlossen werden.

Die Herbstarbeitstagung der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte findet im Oktober in Ehingen an der Donau statt. Das Präsidium kann den Stand der bislang für die Museumsneukonzeption gesammelten Gelder mit rund € 150.000,00 angeben. Diese Neukonzeption wird die Fastnacht anhand von 14 Hauptthemen in ihren aktuellen und geschichtlichen Fassetten als lebendigen Erlebnisraum darstellen. Ziel ist dabei, die Ausstellung auf den neuesten Stand von Museumswissenschaft und Fastnachtsforschung zu bringen und so dem Publikum eine informative und unterhaltsame Schau zu Fastnacht und Vereinigung zu bieten. Wie jedes Jahr finden auch 2009 an der Herbstarbeitstagung die Seminare für Säckelmeister und für Archivare statt.
Ein Vortrag des Karnevalisten und Psychologen Wolfgang Oelsner aus Köln zum Thema "Karneval - Fest der Sehnsüchte", beschließt die Tagung und findet beim Fastnachterpublikum großen Anklang.

Im Dezember 2009 gibt die Landesstiftung Baden-Württemberg bekannt, dass sie die Neukonzeption des Schwäbisch-Alemannischen Fastnachtsmuseums "Narrenschopf" in Bad Dürrheim mit € 120.000,00 unterstützt. Damit ist der Gesamtbetrag der für die Museumsumgestaltung gesammelten Finanzmittel auf € 230.000,00 angestiegen und die Arbeiten können nun konkret beginnen, was sich, in Zeiten einer leichtfertig in Kauf genommenen Finanzkrise, engen fiskalischen Denkens und rücksichtsloser Bereicherung wohl sehen lassen kann.