2010 bis Heute

2010
Die Hauptversammlung im Januar 2010 in Immendingen befasst sich mit der Neukonzeption des  Narrenschopf-Fastnachtsmuseums. Um diese umfangreiche Arbeit umsetzen zu können, wird eine Arbeitsgruppe unter Leitung von Dr. J. Schicht (Volkskunde) eingestzt. Sie umfasst Mitglieder aus verschiedenen Bereichen des Verbandes und Fachrichtungen: M. Fuchs (Kultureller Beirat, Museumsdesign), K. Hansert (Stiftung der schwäbisch-alemannischen Fastnacht), G. C. Jerg (Archivar, Volkskunde), A. Moser (Mitglied des Ehrenpräsidiums der VSAN), D. Rollko (Narrenschopf-Leiter, Betriebswirt) und F. Stehle (Verein Narrenschopf). Von den für die Konzeption geplanten rund Euro 350.000,00 sind etwa Euro 220.00,00 durch verbandsinterne Leistungen und Sponsorenhilfen abgedeckt. Auch Mitgliedsvereine geben Unterstützung: die Gole-Zunft Riedlingen baut dem Narrenschopf ein begehbares Goletor mit einem augenrollenden Gole. Von der Landesinnung der Holzbildhauer kommt die Spende einer kompletten Maskenschnitzerwerkstatt.

Ferner wird an der HV die Narrenzunft Meersburg aufgefordert, sich hinsichtlich ihrer Stellung zur Meersburger Hexengruppe definitiv zu äußern, um Klarheit über ihre Auffassung zur Verbindlichkeit von Verbandsstatuten zu schaffen.
Der Kulturelle Beirat gibt bekannt, dass er eine Datenbank, in der sämtliche Narrenfiguren der örtlichen Mitlgiedsvereine erfasst werden sollen, erstellt. Das Präsidium wird von der Hauptversammlung entlastet.

Die Narrenschelle 2010 wird an den Fernsehmoderator Frank Elstner verliehen. Günther H. Oettinger, Ministerpräsident a. D., wird zum Ehrennarren der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte ernannt. Die Feier des Ereignisses findet im Februar auf Einladung von Europaparkgeschäftsführer R. Mack, der auch die Laudatio auf Frank Elstner hält, und der Vereinigung in Rust statt.

Im März tagen in Bad Dürrheim die  Brauchtumsbeauftragten, Thema: „Dem Brauchtum Raum geben – örtliche Fasnet stärken“. Diskutiert werden künftige Möglichkeiten der örtlichen Fastnachtsgestaltung. 

Die Behindertenwerkstatt (Lebenshilfe) Schwenningen baut im September für die Museumsneukonzeption in der dritten Museumskuppel ein Rundpodest für den dort inszenierten Fastnachtsumzug mit Figuren aus dem Bereich der Vereinigung. Das Holz wird vom Sägewerk Streit, Hausach, gespendet. 

Im Oktober wird die Absicht des Villinger Maskenschnitzers Manfred Merz konkret, seine Sammlung Villinger Schemen aus drei Jahrhunderten dem Narrenschopf-Fastnachtsmuseum zu stiften, wo sie künftig dem öffentlichen Publikum präsentiert werden.

Auch im Oktober findet in Bad Saulgau die Herbstarbeitstagung statt. Es werden traditionell die Tagungen der Säckelmeister und der Archivare abgehalten. Darüber hinaus tagen diesmal auch die Medienbauftragten, und eine Informationsveranstaltung für neue Zunftmeister wird geboten. Der neue Internetauftritt der VSAN wird vorgestellt. 

Der in zweijährigem Turnus  zu vergebende, vom Sparkassenverband ausgestattete  Foschungspreis der Kulturstiftung der schwäbisch-alemannischen Fastnacht, geht im November an drei Preisträger:  Dr. Kerstin Bronner, Tübingen, Prof. Dr. Markus Tauschek, Kiel und Prof. Dr. Martin Sieber, Zöllikon / CH für ihre Arbeiten, welche die Fastnacht aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten.

2011
Im Januar findet in Furtwangen die Hauptversammlung der Vereinigung statt.  Wichtige Themen sind einmal die Neukonzeption des Museums Narrenschopf, wo noch Unwägbarkeiten der Finanzierung  zu überwinden und die Animation der Verbandsmitglieder zu tätiger Mithilfe zu bewältigen sind.
Weiters wird die Öffnung der Verbandsarbeit hin zu einer Partnerschaft mit allen Fastnachtsvariationen thematisiert, also deren  Einbindung in die gemeinsame Anstrengung, die Fastnacht in mit Brauch und Tradition vereinbare Gestaltung und hin zu einer lebendigen Zukunft zu führen.

Vizepräsident Dr. M. Lohner gibt aus beruflichen Gründen das Amt des Verbandsvizepräsidenten ab. Zu seinem Nachfolger wird O. Gäng, Markdorf, gewählt. Ferner wird eine Satzungsänderung angenommen, die künftighin zwei gleichberechtigte Vizepräsidenten zur Entlastung des Verbandspräsidenten vorsieht.

Weiters wird das Problem der Meersburger Burghexen angesprochen, wo  die Absicht bekundet wird, es unter Wahrung der Verbandsregularien, zu einer gütlichen Eingigung zu führen.

Der  Vortrag von Prof. Dr. W. Mezger, Freiburg, mit Titel „Der europäische Gedanke“,  wird dem Leitbild des Verbandes als Zusatzpapier angefügt. Dies zur Definition der Weiterentwicklung des Fastnachtsbrauches in seiner europäischen Dimension. In diesem Zusammenhang ist auch die Zusammenarbeit des Museums Narrenschopf mit mehreren europäischen Museen unter Federführung des Maskenmuseums in Binche / Belgien, im Rahmen des von der Europäischen Kommission geförderten Projekts IMMASK,  zu sehen. IMMASK läuft von September 2010 bis April 2012.

Mit großer Freude wird die Absicht des Villinger Maskenschnitzers Manfred Merz, seine Sammlung Villinger Schemmen aus drei Jahrhunderten dem Narrenschopf als Stiftung zu übereignen, von der Versammlung aufgenommen. Im Fastnachtsmuseum können sie künftig in thematisch passendem Rahmen einem breiten Publikum gezeigt werden.
Ebenfalls findet im Januar ein Benefizkonzert für den Narrenschopf in Bräunlingen statt, Leitung A. Dangel.

Im Februar wird der Sänger Tony Mashall im Rahmen einer Feier im Europapark Rust mit der Narrenschelle der Vereinigung ausgezeichnet. Die Laudatio hielt der im letzten Jahr mit der Narrenschelle ausgezeichnete Moderator Frank Elstner.

Seit Jahresbeginn, und verstärkt in Februar,  März und April, sind Umbau- und Verbesserungsarbeiten in der ersten Narrenschopf-Kuppel im Gange, damit anschließend mit dem Einbau der neuen Präsentationsinstallationen begonnen werden kann. In der dritten Museumskuppel wird zu gleicher Zeit ein Fastnachtsumzug mit wichtigen Narrenfiguren der Vereinigung aufgebaut. Diese Kuppel kann auch künftig für Sonderveranstaltungen genutzt werden. Während der Umgestaltungsarbeiten bleibt das Museum für das Publikum geöffnet. Dabei wird  etappenweise intern umgezogen, und die Arbeiten in den Kuppeln werden sukzessiv durchgeführt.

Im April hält der Verein Narrenschopf Bad Dürrheim in Engen seine Hauptversammlung ab.

Anfangs Mai findet wie jedes Jahr in Bad Dürrheim die Internationale Narrenbörse des Fastnachtsmuseums Narrenschopf statt. Zum ersten Mal ist nicht mehr die dritte Narrenschopf-Kuppel Schauplatz der Fastnachtsmesse. Aus Platzgründen hat sich der Verein Narrenschopf dazu entschlossen, die Veranstaltung künftig im Bad Dürrheimer Haus des Bürgers und dem Haus des Gastes abzuhalten. Wie immer wird die Messe  von einem Unterhaltungsprogramm im Rahmen des Narrenschopffestes begleitet, wobei die Fastnachtslandschaft Baar der Vereinigung für Bewirtung sorgt.

Im Oktober des Jahres findet die Herbstarbeitstagung der Vereinigung statt, und zwar in Bad Säckingen. Anschließend spricht die Vereinigung mit diversen Schweizer Zünften über das Thema einer Partnerschaft. Das Leitbild der Vereinigung ist  vom Kulturellen Beirat fertigformuliert und wird an der kommenden Hauptversammlung den Zünften übergeben werden.

Die Sanierung der Kuppel I des Narrenschopfes wird zum 16. 11. 2011, dem Datum der Stifterversammlung der Kulturstiftung, beendet. Im Januar 2012 findet die festliche Eröffnung statt.

2012

Die Hauptversammlung der Vereinigung wird diesmal am 07. Januar in Tettnang abgehalten, wobei die örtliche Narrenzunft dankenswerterweise kurzfristig die Ausrichtung der Versammlung für die aus organisatorischen Gründen verhinderte Narrenzunft Gengenbach übernimmt.

Präsident Roland Wehrle weist eingangs darauf hin, dass alle Vorstandsmitglieder des Verbandes ihre Arbeit ehrenamtlich in ihrer Freizeit leisteten, was sie aber nicht von der Pflicht entbinde, satzungsgemäße Beschlüsse zu fassen und dabei auf die Spielregeln des Leitbildes der Vereinigung zu achten. Er bitte darum, auch wenn dies offensichtlich nicht immer für alle ohne Gefühle der Missstimmung zu akzeptieren sei, satzungsgemäße Entscheidungen und die Entscheidenden, dennoch zu respektieren.

Als wichtigste Vorhaben des abgelaufenen Geschäftsjahres sind der Abschluss der Sanierung des Narrenschopfes in Bad Dürrheim und die Umsetzung der Museumsneukonzeption zu nennen. Die Finanzierung des mit rund € 850.000,00 zu Buch schlagenden Projektes, ist, nicht zuletzt auch durch Gewährung von Zuschüssen, gesichert. Nun verfügt die Vereinigung über eines der modernsten Fastnachtsmuseen Europas.

Ebenso weist  der Arbeitsplan die Vervollständigung des Verbandsleitbildes und eine Satzungserweiterung, durch die unter anderem das Amt eines zweiten, gleichberechtigten Vizepräsidenten ermöglicht wird, wie auch das Projekt „Partner der Vereinigung“, das Zünften anstelle der  Vollmitgliedschaft eine weniger bindende Interessensangleichung mit dem Verband ermöglichen soll, auf. Das Projekt stößt vor allem bei 13 Schweizer Fastnachtsgesellschaften auf großes Interesse. Die europäische Dimension des Fastnachtsbrauches im alemannischen Kulturraum soll so stärker zur Geltung gebracht werden. So wurde auch das Leitbild der Vereinigung um den europäischen Aspekt erweitert.

Für die endgültige Entscheidung über das Thema der „Burghexe“ in Meersburg werden die Grundlagen geschaffen.

Arbeitskontakte hinsichtlich Brauchgestaltung und –ausübung werden wie seit langem  mit der Arbeitsgemeinschaft der südwestdeutschen Narrenvereinigungen und –verbände, dem Alemannischen Arbeitskreis beim Regierungspräsidium Freiburg, dem Arbeitskreis Heimatpflege in Tübingen, dem Schwäbischen Dialektverein und dem SWR gepflegt.

Weiters kann nach langen Verhandlungen mit der Stadt Bad Dürrheim und der Kur- und Bädergesellschaft die den Narrenschopf betreffenden Besitzverhältnisse sinnvoll geregelt und die erste Narrenschopfkuppel erworben werden.

Nach den Berichten der besonderen Vertreter von Narrenschopf, Kulturellem Beirat, von Säckelmeister und Kassenprüfern, wird der Vorstand einstimmig entlastet.

Michale Hügle, Donaueschingen, wird einstimmig auf vier weitere Jahre in den Kulturellen Beirat gewählt.

Ebenfalls im Januar 2012 findet ein vom Leiter der Bräunlinger Stadtmusik Andreas Dangel organisiertes Benefizkonzert zugunsten des Narrenschopfes in Bräunlingen statt.  A. Dangel und W. Mezger führen durch das Veranstaltungsprogramm und bieten  einen umfangreichen und kurzweiligen Einblick in die Entwicklung der fastnächtlichen Musik.

Die Blätzlebuebezunft Konstanz richtet im Januar das Große Narrentreffen der Vereinigung aus.

Am 28. Januar wird der neugestaltete Narrenschopf im Beisein zahlreicher Gäste aus Narretei und Politik in festlichem Rahmen wieder eröffnet.

Im März wird die Narrenschelle der Vereinigung im Europapark Rust an Guido Wolf, Landtagspräsident, verliehen, wobei Cem Özdemir die Laudatio hält. Es handelt sich dabei nicht um eine Ehrung für Verdienste um die Fastnacht, sondern im Gegenteil um eine ironische Rüge für besonders amüsantes närrisches Verhalten. Da daran kein Mangel ist, hat die Narrenschelle eine große Zukunft.

Im April findet die jährliche Tagung der Brauchtumsbeauftragten der Vereinigung in Laufenburg statt, wo der Journalist Günter Schenk als Gastreferent spricht. Der kommissarische Leiter des Kulturellen Beirates Alois Krafczyk bemängelt dabei die schwache Anwesenheit der Verbandszünfte.

Wie jedes Jahr im Mai findet auch diesjahr wieder die Narrenbörse in Bad Dürrheim statt, deren Bewirtung von der Landschaft Schwarzwald übernommen wird.

An der Herbstarbeitstagung im Oktober in Tiengen werden die demografische Entwicklung und die damit verbundenen Probleme für den Fastnachtsbrauch ebenso wie die Finanzierung des laufenden Narrenschopfbetriebes und des Journals schwäbisch-alemannischer Fastnacht thematisiert.

Das Thema der Jugendarbeit in den Mitgliedszünften wird eingehend abgehandelt, ebenso die Veranstaltererklärung nach § 29 StVO, die GEMA, die Gespräche mit dem Bund Deutscher Karneval und der mittlerweile vollzogene Ausschluss der Narrenzunft Schnabelgiere Meersburg aus dem Verband.

Gastreferent ist  der Freiburger Volkskundler Professor Dr. W. Mezger. Er spricht zum Thema „Fastnacht, Heimat und Identität“. Daran anschließend werden die Ergebnisse der von der Vereinigung bei den Zünften durchgeführten Befragung zum Thema „Fastnacht und Heimat“ vorgestellt. Südkurier-Chefredakteur Stefan Lutz beleuchtet das Verhältnis der regionalen Presse zum Thema Heimat.

Hartwig Mahlke übergibt im Namen der Narrenzunft Vetter Guser, Sigmaringen, eine Spende an die Vereinigung.

Am Vormittag finden wie jedes Jahr die Tagung der Säckelmeister und die Veranstaltung der Zunftarchivare statt. Letztere besichtigen unter der Führung des Waldshuter Stadtarchivars Johannes Mies das städtische Archiv.

Der Forschungspreis der Kulturstiftung der schwäbisch-alemannischen Fastnacht wird im November in Stuttgart an den Tiroler Musikwissenschaftler und Fastnachtsforscher Prof. Dr. Th. Nußbaumer für seine Publikation „Fasnacht in Nordtirol und Südtirol“ verliehen.