Leitbild

M it der Gründung der heutigen „Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte“ (VSAN) schlossen sich 1924 historische Narrenzünfte zusammen, um gegen die Fastnachtverbote der Regierungen Badens, Hohenzollerns und Württembergs gemeinsam vorzugehen. Seither haben sich
die Figuren, Formen und Funktionen der Fastnacht rasant weiter entwickelt. In den Dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts und nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden mehr Narrenfiguren neu als je zuvor. Die Vereinigung hat sich bis zum heutigen Tag auf 68 Mitgliedszünfte vergrößert. Neben der VSAN gibt es weitere größere und kleinere Narrenverbände. Schier unzählbare Narrentreffen und deren Wirkung
in den Medien führen zu einem neuen Boom der Fastnacht. Etliche negative Entwicklungen haben es notwendig gemacht, die inhaltliche Neupositionierung und Ausrichtung des Verbandes auf die Zukunft vorzunehmen. Deshalb soll dieses Leitbild eine Wegweisung für die nächsten Jahre und Jahrzehnte sein. Es versteht sich nicht als statisches Reglement, sondern vielmehr als ein flexibler Leitfaden, der der Orientierung dient, und der auch künftig Kurskorrekturen auf dem Weg in die Zukunft zulassen soll.

Unser Selbstverständnis

Die schwäbisch-alemannisch Fastnacht ist ein wichtiger Teil der europäischen Kulturlandschaft.
Die Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte ist die älteste und vielfältigste Narrenvereinigung im deutschen Südwesten. Lange vor der Gründung des Südweststaats umfasste
das Verbandsgebiet bereits das heutige Baden-Württemberg. Mittlerweile ist die VSAN ein vielfältiger, grenzüberschreitender und in allen gesellschaftlichen Gruppierungen agierender Verband.

Die Bewahrung, Förderung und behutsame Weiterentwicklung der überlieferten Fastnachtsbrauch-formen der schwäbisch-alemannischen Narrenstädte und – dörfer sowie die närrische Freundschaft unter den Mitliedern stehen im Zentrum der Aktivitäten der VSAN.

Die VSAN versteht sich als Dienstleister für die Mitgliedszünfte und die Medien. Sie ist Partner der Wissenschaft und führt das „Zentralarchiv der schwäbisch-alemannischen Fasnet“ zur öffentlichen wissenschaftlichen und medialen Nutzung. Die „Kulturstiftung der schwäbisch-alemannischen Fastnacht“ und das Museum „Narrenschopf“ sind zwar rechtlich selbstständige Gebilde, aber inhaltlich zur VSAN gehörend. Beide Institutionen und das Archiv sollen weiter ausgebaut und professionalisiert werden. Der „Forschungspreis der schwäbisch-alemannischen Fastnacht“, den die Kulturstiftung vergibt, zeichnet herausragende wissenschaftliche Arbeiten über das Thema Fastnacht im zweijährigen Rhythmus aus.

Gerade in der medialen Wahrnehmung nimmt die VSAN eine Vorreiterstellung ein und ist damit auch ein Imageträger der schwäbisch-alemannischen Fasnet. Insofern hat die VSAN auch Vorbildcharakter für andere Narrenvereinigungen und –zünfte. Dies wird vor allem durch die zahlreichen Narrentreffen,
die die VSAN und ihre Mitgliedzünfte veranstalten, deutlich. Durch die Narrentreffen bietet die VSAN die Plattform für die närrische Gemeinschaft unter den Mitgliedern und zur öffentlichkeitswirksamen Darstellung traditionellen Fastnachtsbrauchtums.

Durch die VSAN mit ihren in acht Landschaften gegliederten Narrenzünften sind verschiedene solidarische, gesellschaftliche und sozial-karitative Netzwerke entstanden.

Die VSAN ist das Sprachrohr der 68 Mitgliedszünfte gegenüber der Politik und den Medien.